Cyan, Berlin

»Berlin-Teheran« 6. Dezember 2007  

Cyan wurde 1992 von Daniela Haufe und Detlef Fiedler gegründet. Zusammen mit anderen Gestaltern entwerfen sie in ihrem Büro Bücher, Zeitschriften, Kataloge, Plakate und Flyer aber auch Erscheinungsbilder ausschließlich für Auftraggeber aus dem Kulturbereich. Hierzu zählen u.a. Bauhaus Dessau, Staatsoper Berlin, Haus der Kulturen der Welt und verschiedene Museen und Galerien. Zwischen 1991 und 1995 waren sie Mitherausgeber der designkritischen Zeitschrift »form+zweck«. Als Mitglieder der Tanzkompagnie »Toula Limnaios« haben sie verschiedene Filme erarbeitet, die Bühnenbildfunktion in Tanzstücken übernahmen. Ihre Arbeiten sind immer radikal und trotzdem dem Inhalt verpflichtet. Oberflächlich gesehen könnte man sie irgendwo zwischen Op-Art und Dadaimus ansiedeln. Aber dies würde Cyan ganz sicher nicht gerecht werden. Es ist eine große Wut, die sie antreibt. Eine Wut, die sich gegen Sehgewohnheiten und Inhaltslosigkeit richtet, aber auch gegen Repression und Ungerechtigkeit. 2001 wurden Haufe und Fiedler Mtglied der Alliance Graphique International. Ausstellungen, Vorträge und Workhops haben sie in viele Länder geführt. 2006 beendeten sie eine 10jährige Lehrtätigkeit als Professoren für Grafikdesign an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.  

www.cyan.d 

Cyan Klasse Hesse

Gerwin Schmidt, München

»Lieber ohne« 29. November 2007  

Gerwin Schmidt ist Grafikdesigner. Er konzipiert und entwirft Plakate, Magazine, Bücher und Erscheinungsbilder. Seine Arbeiten bleiben hängen, weil jede einzelne eine Idee hat. Für Gerwin Schmidt ist kreative Substanz und Autonomie wichtiger, als die Penetration einer Formensprache. seiner Intention folgend setzt er grafische Illustration, Typografie oder Fotografie ein. Gerwin Schmidt ist auch Hochschullehrer. An der Akademie der bildenden Künste Stuttgart lehrt er als Professor Typografie. seine Auftraggeber sind u.a.: Hatje/Cantz, ZKM, Württembergischer Kunstverein, Expo 2000, Edgar Reitz Filmproduktion, Gestalten Verlag, Blixa Bargeld Entertainment, Museum Villa Stuck, Filmzeitung Revolver, Goethe-Institut, Museum für Gestaltung Zürich, TU München, Gaggenau und Neue Sammlung München.  

www.gerwin-schmidt.de  

Gerwin Schmidt Klasse Hesse

Stefan Nowak, Düsseldorf

»Wer denkt fliegt raus« 15. November 2007  

Für Stefan Nowak ist der Weg von A nach B eine tägliche Herausforderung. denn nicht immer erschließt sich die Orientierung in Gebäuden durch die Architektur. Er entwickelt Leitsysteme für die schwierigen und unübersichtlichen Fälle. Außerdem konzipiert und entwirft er Ausstellungen. Stefan Nowak arbeitet mit Museologen, Kuratoren, Fachwissen- schaftlern und Betriebswirten zusammen. unter anderem für die Akademie der Künste Berlin, Bonnefantenmuseum maastricht, Bucerius Kunst Forum Hamburg, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt/M, Deutsches Filmmuseum Frankfurt/mM Neanderthalmuseum, Museumsinsel Berlin und viele andere bedeutende Museen in Deutschland und Europa. zusammen mit Petra Knyrim arbeitet er aber auch für die Unikliniken in Essen, Innsbruck und Bonn sowie für Toshiba oder Toyota. Obwohl die vorgestellten Projekte unglaublich tief durchdacht waren, sah man das den einzelnen Ergebnissen nicht an. Allerdings offenbarten die Ausführungen von Stefan Nowak welche intensiven gedanklichen Auseinandersetzungen notwendig sind, um letztendlich zur Einfachheit und Klarheit zu gelangen.  

www.n-t-k.de 

Stefan Nowak Klasse Hesse

Ralf Zilligen, Düsseldorf

»Futuring Communication« 8. November 2007  

Ralf Zilligen ist Kreativchef der größten Werbeagentur Deutschlands. Bei BBDO Düsseldorf ist er aber nicht nur für Strategie und Kreation verantworlich, sondern auch für die Abteilung »What's next«. Ralf Zilligen drückt deshalb noch einmal die Schulbank bei der »Berlin School of creative leadership«, um sich intensiv mit den Fragen zu beschäftigen: »Wieso schaut keiner mehr hin? Lohnt sich Kreativität wirklich? Wie sieht die Werbekommunikation des 21. Jahrhunderts aus?« Sein Vortrag machte großen Spaß, weil wir an den vielen handverlesenen innovativen Werbespots miterleben durften, wie die Zukunft der Marken- kommunikation aussehen wird: Personalisiert und interaktiv wird beispielsweise TV-Werbung das Publikum viel stärker und lebensnäher mit einbeziehen. 

Ralf Zilligen Klasse Hesse

Barbara Bierach, Sydney

»Leben oder schreiben? Vom Schreiben Leben« 1. November 2007  

Barbara Bierach ist Texterin, Journalistin und Autorin. Obwohl sie seit Jahren im Ausland lebt, schreibt sie weiterhin für deutsche Tageszeitungen und entwickelt eigene Buch- projekte. Einem Thema ist sie besonders nachgegangen: Warum gibt es so wenig Frauen in Führungspositionen? Diese Frage ist nicht neu und trotzdem ist eine Korrektur weitgehend ausgeblieben. Obwohl mehr Mädchen als Jungen Abitur machen. Mehr junge Frauen als Männer die Universitäten mit einem Hochschulabschluss verlassen. Leider bildet auch die ansonsten sehr aufgeschlossene Kunst- und Kreativbranche keine Ausnahme. Kuratoren, Kreativ- direktoren und Professoren sind meist Männer. Barbara Bierach hat mit ihren Thesen über »das dämliche und das herrschende Geschlecht« für heftige Diskussionen gesorgt. »Launig und faktenreich erklärt die ehemalige Wirtschafts- journalistin, wie deutsche Frauen sich selbst behindern: Sie lesen Anti-Falten-Ratgeber statt Tageszeitungen, studieren Anglistik statt Statistik. Und sie kämpfen um Kuschelecken statt um Macht, für Frauenquoten statt um bessere Kinderbetreuung« (Der Spiegel). Auch an der HfG lösten ihre Gedanken eine anregenden und lange Diskussion nach sich. Eines wurde auf jeden Fall nach ihrem Vortrag klar. Barbara Bierach ist eine große Feministin: »Wenn ihr die Macht wollt, dann nehmt sie euch. Ihr habt das Zeug dazu«. 

Barbara Bierach Klasse Hesse